Wo finde ich eigentlich meinen Traumjob?

Alleine über 500 000 IT Stellen sind in Deutschland unbesetzt. Unternehmen versuchen alles (meinen sie jedenfalls), um Bewerber auf sich aufmerksam zu machen. Doch welcher der vielen Jobs ist denn nun meiner und wo finde ich ihn? Das ist eine gute Frage. Wie schon ein weiser Mann sagte: „Auswahl macht nicht glücklich“. Der weise Mann ist mein Mann und er findet die Auswahl an möglichen Essensvariationen schon zu viel und bittet immer, aus lediglich zwei Rezepten wählen zu müssen (Männer). Aber Recht hat er.

Alfred Ekel

Bei der Flut an Stellenangeboten, die sich leider auch irgendwie alle noch gleich anhören, verliert man schnell den Überblick. Wo suche ich am besten nach meinem Traumjob? Bei Monster? Stepstone? Indeed? Die Online-Jobbörse vom Arbeitsamt? Oder vertraue ich einem Headhunter, obwohl der mich während meiner Zeit der „Nichtsuche“ einfach nur genervt hat? Ja, ja: Auswahl macht eben nicht glücklich. Neben den fachlichen Inhalten muss ja vor allen Dingen das Unternehmen zu Dir passen. Schließlich bist Du die meiste Zeit Deiner Wachphase auf der Arbeit. Da will man ja möglichst keine Alfred Ekels als Kollegen haben.

Den einen Schlüssel zum Jobglück gibt es leider nicht, aber ich versuche Euch mal die Alternativen zum Stellenwust der bekannten Jobplattformen näher zu bringen.

And here are the results of the recrutainers vote:

Platz 5…

…fragt Freunde! Wenn sie happy sind mit ihrem Job, gibt’s dort vielleicht noch einen weiteren Gute-Laune-Job für Dich? Empfehlungen sind viel wert. Dazu gibt’s eigentlich nichts weiter zu sagen.

 

Platz 4…

… für kununu. Warum? Hier kannst Du endlich mal andere Suchkriterien nutzen anstelle der üblich Verdächtigen. Hier stehen Benefits und Mitarbeitermeinungen im Fokus. In der Rubrik „Arbeitgeber, die zu mir passen“ kannst Du Dir bspw. alle Firmen in Deiner Region anzeigen lassen, die Home Office anbieten. Oder die Möglichkeit, einen Hund mit zur Arbeit zu bringen. Oder legst Du eher Wert auf eine Kinderbetreuung (damit ist nicht die Betreuung der Kollegen gemeint)? Das Gute: Lass Dir nur Firmen anzeigen, die eine gewisse Mindestpunktzahl an Bewertungen von den eigenen Mitarbeitern erhalten haben. Dann sinkt die „Alfred-Ekel-Wahrscheinlichkeit“. Einige Unternehmen nutzen kununu auch, um ihre offenen Stellen dort zu hinterlegen. Sollte dies nicht der Fall sein, lohnt ein Blick auf die Firmenwebseite, denn nicht jeder streut Stellenanzeigen wie verrückt in allen Medien. Auch hier nichts Passendes dabei, die Firma interessiert Dich aber brennend? Versuch es mit einer Initiativbewerbung. Mit kununu findest Du garantiert Firmen, die vorher nicht so auf Deinem Radar rumflogen – und dann noch von den eigenen Mitarbeitern geprüft! I like.

 

Platz 3…

… geht natürlich an die Headhunter. Aus vornehmer Zurückhaltung nenne ich als Recrutainerin uns mal nicht auf dem ersten Platz. Würde mir ja sonst keiner glauben! Ja, wir können so ungemein nerven, aber auch so nützlich sein, wenn wir gebraucht werden. Aber: Treffe Deine Headhunterwahl mit etwas Vorsicht, damit Du auch wirklich einen Guten erwischst. Auf folgende Dinge solltest Du achten:

  1. Kennt Dein Headhunter die Firma, die er Dir vorschlägt persönlich und kann Dir auch außerhalb der Stellenanzeigen ein paar Insiderinformationen nennen, die nicht im üblichen Marketingblabla einer jeder Firma stehen?
  2. Nennt er Dir auf Anhieb den Namen des Unternehmens? Ich verstehe bis heute nicht, warum daraus immer so ein Geheimnis gemacht wird! Das schafft nicht gerade die beste Vertrauensbasis.
  3. Geht der Headhunter auf Deine Wünsche ein? Fragt er direkt, was Du – ganz speziell Du – Dir für die Zukunft wünschst? Oder stellt er seine zu besetzenden Stellen über Deine Bedürfnisse?
  4. Du bekommst zackig Feedback und zwischendrin auch mal eine Wasserstandsmeldung, selbst wenn es nichts Neues gibt? Das signalisiert, dass er sich auch wirklich um Dich kümmert, Dich auf dem Radar hat und Du nicht nur eine weitere Option bist, um Geld zu verdienen.
  5. Am Ende muss natürlich die Sympathie stimmen. Jeder hat einen eigenen Stil (hoffe ich zumindest) und verkörpert damit auch einen entsprechenden Kundenkreis. Als verlängerter Arm der Personalabteilung spiegelt der Headhunter im Idealfall auch die Werte des Unternehmens wider.
  6. Viele Headhunter sind spezialisiert auf Bereiche, Personengruppen oder Branchen. Es ist nicht verkehrt, Dir auch jemanden zu suchen, der Ahnung von Deinem Job oder Deiner Branche hat.

Wie man überhaupt einen Headhunter findet? Keine Sorge: Er findet Dich. Stell einfach Deinen Xing-Status auf „Aktiv auf Jobsuche“ (gleiches gilt für LinkedIn, stackoverflow etc.) und füttere Dein Profil mit möglichst vielen Informationen. Alternativ frag Deine Freunde; Empfehlungen sind immer noch das Beste.

 

Platz 2…

… geht an Xing! Als bekennender Xing-Nerd gibt’s für das berufliche Netzwerk trotzdem nur Platz 2. Die Möglichkeit für Euch, dort über ein aussagekräftiges Profil gefunden zu werden, ist eigentlich Platz 1 wert, aber den bekommt heute mal mein persönlicher Newcomer. Wenn Du bereit bist, ein paar Euros zu investieren, empfehle ich Dir die Xing ProJobs Mitgliedschaft. Hier kannst Du Deinen Lebenslauf hochladen, detailliertere Wünsche zum neuen Job hinterlassen und hast Zugang zu Jobangeboten, die nur für ProJobs-Mitglieder sichtbar sind. Außerdem weiß dann wirklich jeder: Du suchst einen neuen Job (keine Angst, Kollegen und Chef sehen das nicht, sondern nur die Personaler, die auch entsprechend Geld dafür zahlen). Eine ProJobs-Mitgliedschaft liegt bei ca. 100 Euro für sechs Monate, das kommt auch immer auf das aktuelle Angebot an. Die Kosten können als Bewerbungskosten sogar steuerlich geltend gemacht werden.

 

Auf Platz 1…

…steht für mich derzeit ganz klar die App truffls. Es ist so herrlich einfach! Hier kannst Du Deinen Lebenslauf ohne viel Schnickschnack hochladen entweder aus Deinem bestehenden Xing- oder LinkedIn-Profil oder durch Abfotografieren. Dann noch Deine Suchkriterien zum Traumjob eingeben und Dir einfach mögliche Jobs vorschlagen lassen. Wenn etwas Interessantes dabei ist, genügt ein Wisch nach links und Dein Interesse wird bekundet. Idealerweise nimmt der Personaler dahinter Kontakt mit Dir auf. Ist der Job nix für Dich, geht’s mit einem Wisch nach rechts weiter. Ganz easy. Nichts, was die Welt verändert, aber immerhin ist das Ganze noch recht neu und kann abends auf der Couch genauso genutzt werden, wie auf dem stillen Örtchen oder in der Bahn. Die meisten Firmen, die dort Stellen veröffentlichen, haben zumindest schon mal verstanden, dass es nicht immer der klassische langweilige Bewerbungsweg sein muss und das spricht für das Unternehmen.

 

Und dann?

Auf allen weiteren Plätzen findet ihr gleichermaßen alle Jobbörsen und Möglichkeiten über verschiedene Portale, Eure Lebensläufe zu hinterlegen, Suchagenten mit E-Mail-Benachrichtigungsfunktion einzurichten oder Stellenangebote zu sichten. Das Geflecht ist so dicht und selbst für mich mitunter verwirrend.

Am Ende ist die Jobsuche ähnlich der Partnersuche: Du weißt was Du willst und was Du nicht willst, aber das musst Du erst mal finden! Ein gesunder Mix aus verschiedenen Möglichkeiten führt sicherlich am schnellsten zum Erfolg.

Hör auf Deinen Bauch und suche Dir ein Unternehmen, das Dich nicht nur als Skill, sondern als Menschen wahrnimmt!


Das ist Recrutainment – Natürlich und mit Spaß!